Zuerst prüfen: Kennt Google Ihre Seite überhaupt?
Geben Sie bei Google site:ihre-domain.de ein. Erscheinen keine oder nur wenige Ergebnisse, ist Ihre Website gar nicht oder kaum im Index. Erscheinen viele Seiten, kennt Google sie, zeigt sie aber für Ihre Suchbegriffe nicht weit oben. Das sind zwei verschiedene Probleme mit verschiedenen Lösungen.
Genauer wird es mit der kostenlosen Google Search Console. Dort sehen Sie, welche Seiten indexiert sind, welche nicht und warum, und Sie können einzelne Adressen prüfen und zur Indexierung anmelden.
Technische Gründe: Google darf oder kann nicht
Die Seite ist für Suchmaschinen gesperrt
Der häufigste und ärgerlichste Fall: Während der Entwicklung wurde die Website für Suchmaschinen gesperrt, und nach dem Start hat niemand die Sperre entfernt. In WordPress ist das ein einziges Häkchen in den Einstellungen. Im Quelltext erkennen Sie es an der Angabe noindex.
Die robots.txt blockiert
Die Datei robots.txt sagt Suchmaschinen, welche Bereiche sie besuchen dürfen. Eine falsche Zeile reicht, um die ganze Website auszusperren.
Falsche Canonical-Angaben
Mit einer Canonical-Angabe teilt eine Seite Google mit, welche Adresse die maßgebliche ist. Zeigt sie fälschlich auf eine andere Seite oder die Startseite, ignoriert Google die eigentliche Seite.
Mehrere Versionen derselben Website
Ist die Website mit und ohne www, mit http und https erreichbar, ohne dass eine Version auf die andere weiterleitet, verteilt sich die Bewertung auf mehrere Adressen. Eine einheitliche Adresse mit 301-Weiterleitungen löst das.
Serverfehler und Erreichbarkeit
Ist die Website häufig nicht erreichbar oder antwortet mit Fehlern, besucht Google sie seltener und nimmt Seiten im Zweifel aus dem Index.
Die Website ist neu
Neue Websites brauchen Zeit. Bis Google eine neue Domain findet und regelmäßig besucht, vergehen oft Tage bis Wochen. Eine eingereichte Sitemap in der Search Console beschleunigt das.
Inhaltliche Gründe: Google findet nichts Passendes
Keine eigene Seite pro Leistung
Steht alles auf einer Seite unter „Leistungen“, kann Google sie kaum für einzelne Suchanfragen einordnen. Jede wichtige Leistung braucht eine eigene Seite mit eigenem Titel, eigener Beschreibung und ausführlichem Inhalt.
Inhalte ohne Bezug zu dem, was Kunden suchen
„Innovative Lösungen für Ihren Erfolg“ sucht niemand. Kunden suchen nach konkreten Leistungen, Problemen und Fragen, oft mit Ort. Gute Inhalte beantworten genau diese Fragen, mit Fachbegriffen, Beispielen und Zahlen.
Titel und Beschreibung fehlen oder sind beliebig
Der Seitentitel ist einer der wichtigsten Hinweise für Google und das Erste, was Suchende sehen. Er sollte den Suchbegriff enthalten und für jede Seite einzigartig sein.
Zu wenig Inhalt
Seiten mit zwei Absätzen und einem Stockfoto haben gegen ausführliche Seiten der Konkurrenz kaum eine Chance. Ausführliche, gut gegliederte Inhalte mit häufigen Fragen schneiden deutlich besser ab, und sie sind auch die Grundlage dafür, in KI-gestützten Suchergebnissen genannt zu werden.
Lokale Sichtbarkeit: das Unternehmensprofil
Für Suchen mit Ortsbezug zeigt Google oft zuerst eine Karte mit Unternehmen. Dort erscheint nur, wer ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil hat, mit passender Kategorie, vollständigen Angaben, Leistungen, Fotos und Bewertungen. Name, Adresse und Telefonnummer sollten überall im Netz gleich geschrieben sein, auf der Website wie in Branchenverzeichnissen.
Vertrauen: Wer verlinkt auf Sie?
Links von anderen Websites sind für Google wie Empfehlungen. Gerade neue Websites haben davon wenige. Gute Quellen sind Hersteller- und Partnerseiten, Branchenverbände, regionale Verzeichnisse, Kunden mit Referenzen und Fachbeiträge. Gekaufte Links aus fragwürdigen Quellen schaden dagegen eher.
Nach einem Relaunch verschwunden?
Ein häufiger Grund für plötzliche Verluste ist ein Relaunch, bei dem sich Adressen geändert haben, ohne dass die alten Adressen weitergeleitet wurden. Google findet dann die bisher gut platzierten Seiten nicht mehr und muss die neuen erst wieder bewerten. Deshalb gehört zu jedem Relaunch eine vollständige Liste aller alten Adressen mit dauerhaften 301-Weiterleitungen auf die passenden neuen Seiten, getestet vor dem Start.
Checkliste
- site-Abfrage und Search Console geprüft
- Keine noindex-Angabe auf wichtigen Seiten, robots.txt blockiert nichts Wichtiges
- Eine einheitliche Adresse mit https, alle Varianten leiten weiter
- Sitemap in der Search Console eingereicht
- Eigene Seite für jede wichtige Leistung, mit einzigartigem Titel und Beschreibung
- Inhalte, die echte Fragen Ihrer Kunden beantworten
- Google-Unternehmensprofil vollständig und aktuell
- Schnelle Ladezeit und sichere Verbindung, siehe unsere Artikel zu langsamen Webseiten und zur Warnung „Nicht sicher“
- Nach Relaunch: alle alten Adressen mit 301 weitergeleitet
Fazit
Wird eine Website bei Google nicht gefunden, ist die Ursache oft schneller behoben als gedacht, etwa eine vergessene Sperre. Für gute Platzierungen bei Leistungen und Fachbegriffen braucht es aber mehr: eigene Seiten, gute Inhalte und ein gepflegtes Unternehmensprofil. Wie wir Websites bauen, die gefunden werden, lesen Sie unter Webdesign.
